Dieser Artikel soll einen Eindruck über das Imkerjahr und der Bienenpflege im Jahresrhytmus vermitteln. Da diese Internetseite noch im Aufbau ist, werden die Artikel im Laufe des Sommer 2006, (dem Bienenjahr) nach und nach ergänzt. Diese Artikel werden zusätzlich mit Fotodokumentationen illustriert.
|
Der Grundstein für gesunde und leistungsstarke Völker wird eigentlich schon im Herbst des Vorjahres durch Zielstrebige Varoabehandlung und ausreichend Winterfutter gelegt. Wenn unsere Völker nun endlich mit einiger Verspätung erwachen und beginnen sich aus der Wintertraube zu lösen, ja unglaublicher Weise sogar unter der optimalen Flugtemperatur von 11-12 C auszufliegen, kann man den über mehrere Monate angewachsenen Druck in den Bienen förmlich erahnen. Doch nicht nur der Umstand der überfüllten Kotblase alleine zwingt unsere Lieblinge hinaus in die Kälte, der oft auch ihr Tod sein kann, sehr oft kann dieser Umstand auch auf Futter bzw. im speziellen Wassermangel zurückzuführen sein. Darum ist es wichtig bei den ersten Ausflügen eine kurze Nachschau in den Völkern zu halten um einen Überblick über den Bienenstand und den jeweiligen Volkszustand zu Erhalten. Dabei ist jedoch eine Temperatur von 12-15 C unumgänglich, um nicht mehr schaden zu verursachen als nötig ist. Das Wichtigste ist hierbei das Volk nicht zu lange geöffnet zu halten und die Brutwaben, und seien es nur Fleckchen, gar nicht bzw. nur halb aus dem Stock zu ziehen, um die Brut nicht zu Erkälten. Es handelt sich nämlich um eine der wichtigsten Bienengenerationen, diejenigen die den Übergang zwischen langlebigen Winterbienen und den kurzlebigen Sommerbienen darstellen. Und somit auch ausschlaggebend sind für die weitere Volksentwicklung und den damit verbundenem Honigertrag! Schwache Völker zu dieser Zeit können nicht genügend Brut pflegen, und wegen des Multiplikationseffektes, auch niemals Starke Völker werden.
Bei unserer kurzen Nachschau werden wir folgendes berücksichtigen: -Weiselrichtigkeit -Futtervorrat von mindestens 7kg sollte nicht unterschritten werden . -die Brutwaben(3-4) sollte wenn nötig zur Mitte gerückt werden -die Futtervorräte sollten, wenn vorhanden an das Brutnest Anschließen (je 2) -falls nicht vorhanden, dringend Notfüttern, mit Honigwaben, Futterteig oder Flüssigfutter -die meist durch Kondenswasser Verschimmelten Randwaben entnehmen, und bei ausreichender Volksstärke durch Mittelwandgabe(mindestens 7 Waben sollten auch bei Flugbetrieb ordentlich Bienenbesetzt sein), oder bei zu geringer Volksstärke durch Leerwaben ersetzen. -Be- oder Verkotete Waben sofort heraus nehmen und mit warmem Flüssigfutter die Bienen bei Flugbetrieb versorgen, fördert die Verdauung und dient gegen mögliche Ruhrerkrankung und Nosematose. -mit Bienenleichen übersähte Waben sind umgehend aus dem Volk zu entfernen, und durch geeignetes Material( der Volksstärke nach zu ergänzen) -bei Wassermangel unbedingt eine bienengerechte, hygienische Bienentränke aufstellen, zu beachten dabei ist, das sie auch hygienisch bleibt, und daher in der „Anflugschneise“ nichts verloren hat, da die Bienen sehr oft beim Ausflug sofort abkoten und die Tränke daher verschmutzen. Außerdem ist eine Beimengung von ca. 1-2 Esslöffel Speisesalz sehr hilfreich zur Aufbesserung des Mineralstoffgehaltes der Bienentränke. Nachdem das Volk beurteilt und eventuell „ Verarztet“ wurde schließen wir zügig den stock um nicht noch mehr des zu dieser Zeit so sehr kostbaren Stockklimas zu vergeuden. Nun ist der Boden und somit die ach so beliebte Stockwindel an der Reihe,.. Über diesen außergewöhnlich strengen und anhaltenden Winter hinaus ist der Totenfall unserer Bienen trotz Mehrmaligem ausräumen mittels Stockkrücke, teilweise sogar bis an den Rand der Existenz eines Volkes vorhanden. Noch dazu hatten wir im vorigen Herbst ziemlich lange Flugbetrieb, was bedeutet, dass unsere Winterbienen im allgemeinen schon mehr beansprucht wurden als in „normalen“ Jahren, und der Bienenwechsel somit auch noch mangels Flugwetter zum Wintertotenfall dazukommt und so mancher Volksboden aus „allen Nähten platzt“. Hier ist es sehr wichtig den Bienen etwas Hilfe zu leisten, denn tote Bienen können sich in den Putzbienen verhaken, und diese fallen somit mit aus dem Stock und erfrieren Nachts,... Jetzt ist jedoch auch die Zeit ein Besonderes Augenmerk auf den Totenfall und die Stockwindeln zu werfen. Da auch Erkrankungen und Folgeerkrankungen in Verbindung mit der Virenübertragung der Varoamilbe für diesen Zustand verantwortlich sein können. Aufschluss darüber erlangt man jedoch nur durch den Versand einer Laborprobe des Totenfalls (ca 25-50 Bienen in eine Streichholzschachtel & ans nächste Bieneninstitut) Wenn im Volk schon erschreckendes festgestellt wurde, wird der Eindruck einen Stock darunter nicht besser werden,...egal was im Volk passiert, es kommt ja alles mal nach unten, und der Boden ist für das geschulte Imkerauge wie ein Tagebuch das das Volk führt. Nachdem wir nun auch den Boden und das Volk beurteilt haben, schließen wir die Beute und kontrollieren noch den Flugkamm. Jetzt ist jedoch auch die Zeit schwache Völker aufzulösen und immer mit einem Starken zu vereinen. Ist unsere Nachschau auf dem Bienenstand erledigt ziehen wir Billanz und Vereinigen eben diese Völker mit Hilfe von Zeitungspapier. Achtung drei schwache Völker zusammen ergeben noch immer Kein starkes Volk, also immer ein Schwaches auf ein Starkes aufsetzen. Wenn jetzt unmittelbar die Obstblüte einsetzt, entscheidet jedoch vorallem die Volksstärke und der Zustand des Volkes über die Art und den optimalen Zeitpunkt einer eventuellen Erweiterung. Wenn die Temperaturen über Nacht noch reichlich absinken, empfiehlt es sich auf keinen Fall, das Brutnest z.B. durch Mittelwände zu trennen!! Bebrütete oder Honigfeuchte Waben vom Vorjahr währen hier, Falls vorhanden, das Mittel der Wahl. Mittelwände beidseits an 2. oder 3. Stelle einhängen und das Brutnest über 2-3 Wochen hin langsam erweitern. Bei 2 Zargen darauf achten , dass Mittelwände nicht übereinander stehen. Altwaben sollten ohnedies nach und nach, der Bienenmasse Entsprechend gegen Mittelwände ausgetauscht werden. Auch abhängig von der Volksstärke ist natürlich der Zargenwechsel. Wenn die Bienenmasse so stark ist, dass bei Flugbetrieb dennoch 8 Waben gut Bienendurchsetzt sind, sollte er schon erfolgen. Bei Einzargenvölkern sollte bei 8-9 Waben Bienendurchsatz an die Raumgabe gedacht werden. Dabei organisieren wir das Volk so, dass wir 2-3 verdeckelte Brutwaben in die 2. Zarge nach oben ziehen, der Rest der Brut bleibt unten, aber immmer darauf achten, dass die Brut in Der Mitte der Zarge bleibt und beidseitig mit ausgebauten Waben und Mittelwänden Ergänzen, wobei nicht mehr als 4 Mittelwände eingehängt werden sollten. Nach und nach erweitern wir das Brutnest und rücken auch die voller werdenden Honigvorräte zum Rand. Wenn die Völker diesen Raum ausgebaut und vollständig genutzt haben, kommen wir auch schon wieder in den wonnemonat Mai und Juni, und somit zum idealen Zeitpunkt der Honigraumgabe. WANN IST DIESER?!? Dabei ist es äußerst wichtig den richtigen Zeitpunkt der Honigraumgabe zu erwischen. Das Volk darf nicht zu schwach sein um auch bei etwaigen Kälteeinbrüchen das Stockklima zu halten, bzw. darf das Volk nicht zu stark werden, um vielleicht in Schwarmstimmung getrieben zu werden. Der Honigraum besteht abwechselnd aus Leerwaben und Mittelwänden. Bei Schwarmstimmung wird alle Verdeckelte Brut nach oben gezogen und der Honigraum Zwischen den beiden Bruträumen ein(Brutdistanzierung, Absperrgitter!)geschoben. Auch eine Ablegerbildung kommt hier in Frage (Zwischenboden, Brutentnahme, Flugling, Fegling, usw,..) Eine genaue Überprüfung des Brutnestes ist bei Schwarmstimmung jedoch unumgänglich. Ev. Weiselzellen ausbrechen und den ev. Grund der Schwarmstimmung erroieren. Bei „natürlich geplanten „ Umweiselung mit begatteten Jungköniginnen nachhelfen, denn ein Abgeschwärmtes Volk und ein Verbleibendes halbes Volk ohne begattette Königin bedeuten bis zu 21 Tage Brutfreiheit und das Wirkt sich mit Sicherheit auf die Honigleistung dieses Volkes aus. |